💬 Kommunikation bei Demenz
Wie Sie in Verbindung bleiben, auch wenn Worte schwieriger werden
Verbindung ist mehr als Worte
Menschen mit Demenz verstehen Gefühle oft besser als Worte. Ihre Stimme, Ihr Blick und Ihre Berührung sind wichtiger als der perfekte Satz.
🎯 Die 5 Grundprinzipien
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1
Blickkontakt herstellen
Gehen Sie auf Augenhöhe, schauen Sie Ihren Angehörigen an. Erst wenn Sie seine Aufmerksamkeit haben, beginnen Sie zu sprechen.
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2
Langsam und deutlich sprechen
Verwenden Sie kurze, einfache Sätze. Machen Sie Pausen zwischen den Gedanken. Geben Sie Zeit zum Verstehen.
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3
Eine Sache auf einmal
Stellen Sie nur eine Frage. Geben Sie nur eine Anweisung. Warten Sie auf eine Reaktion, bevor Sie weitersprechen.
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4
Gefühle anerkennen
Auch wenn der Inhalt nicht stimmt – das Gefühl dahinter ist echt. Bestätigen Sie das Gefühl, nicht die Fakten.
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5
Nicht korrigieren
Diskutieren Sie nicht über Fakten. Es hilft nicht und frustriert beide Seiten. Lenken Sie stattdessen ab.
💡 Praktische Tipps
Namen statt Pronomen
Sagen Sie "Maria, Deine Tochter" statt "sie". Konkrete Begriffe helfen bei der Orientierung.
Zeigen statt erklären
Begleiten Sie Worte mit Gesten. Zeigen Sie auf Dinge. Machen Sie vor, was Sie meinen.
Stimme nutzen
Ihr Tonfall vermittelt mehr als Worte. Sprechen Sie ruhig, freundlich und melodisch.
Geduld haben
Die Verarbeitung braucht Zeit. Warten Sie 10-15 Sekunden auf eine Antwort, bevor Sie wiederholen.
Berührung einsetzen
Ein sanftes Berühren des Arms kann Aufmerksamkeit gewinnen und Sicherheit geben.
Positiv formulieren
Sagen Sie "Lass uns hierbleiben" statt "Geh nicht weg". Vermeiden Sie "nicht" und "nein".
📝 Beispiele aus dem Alltag
Situation: Zum Essen auffordern
Zu viele Wahlmöglichkeiten überfordern. Einfache Aufforderungen mit Handlung kombinieren.
Situation: "Ich will nach Hause"
Das Gefühl (Sehnsucht, Unsicherheit) ist echt. Sprechen Sie das Gefühl an, nicht die Fakten.
Situation: Wiederholte Fragen
Jede Frage ist für Ihren Angehörigen das erste Mal. Ein Zettel mit der Antwort kann auch helfen.
🏋️ Übungen zum Ausprobieren
📖 Übung 1: Alte Fotos anschauen
Blättern Sie gemeinsam durch ein Fotoalbum. Fragen Sie nicht "Wer ist das?", sondern erzählen Sie selbst: "Das ist Maria an ihrem Hochzeitstag. Sie sieht wunderschön aus." Beobachten Sie die Reaktion.
🎵 Übung 2: Vertraute Lieder
Singen oder summen Sie ein Lied aus der Jugendzeit Ihres Angehörigen. Musik weckt Erinnerungen und Gefühle, auch wenn Worte nicht mehr funktionieren.
🤝 Übung 3: Gemeinsam handeln
Tun Sie alltägliche Dinge zusammen: Wäsche falten, Gemüse putzen, Blumen gießen. Die Handlung verbindet, auch ohne viele Worte.
📋 Schnell-Referenz
💜 Erinnern Sie sich
Sie müssen nicht perfekt sein. Ihr Angehöriger spürt Ihre Liebe und Fürsorge – auch wenn die Kommunikation manchmal schwierig ist. Jeder gute Moment zählt.